Wanderung zum Edelweißboden am Trechtling – Zur Edelweißblüte im Juli

Ich habe sie gesehen. Diese wunderschönen pelzigen weißen Schönheiten. Dieses Naturjuwel. Diese Seltenheit. Das Edelweiß! Und zwar auf meiner Wanderung zum Edelweißboden im Juli 2018.

Und nicht nur Edelweiß kann man hier zu dieser Zeit wie Sand am Meer finden, sondern auch ganz, ganz viele andere wunderschöne Alpenblumen. Eine Wandertour für Blumenliebhaber also. Aber nicht nur die kommen hier auf ihre Kosten, auch Gipfelstürmerherzen schlagen höher, denn man kann ruck zuck auch noch auf den Hochturm (2081) gehen und von dort sogar weiter bis zum Präbichl, Reichenstein & Co wandern…


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Übersicht Tourdaten (Edelweißboden, ohne Hochturm)

Schwierigkeitsgrad: mittel
Gehzeit: ca. 3 Stunden
Länge: ca. 7,8 km
Höhenmeter↑: ca. 660 m
Höchster Punkt: 1800 m
Ausgangspunkt: Parkplatz beim Hiaslegg
Einkehrmöglichkeiten: Hiaslegg
Besonderheit: Edelweißblüte im Juli

Wanderung Edelweißboden

Die gesamte Route & Daten vom Hiaslegg über den Edelweißboden bis hinauf zum Hochturm findest du übrigens hier bei Bergfex.


Wanderung auf den Edelweißboden | Anreise

Lage & Anreise

Es gibt zwei Möglichkeiten wie du zum Hiaslegg hinauf fahren kannst. Entweder von Bruck an der Mur und über Pichl-Großdorf oder aber auch von Trofaiach aus. Die Zufahrt erfolgt auf beiden Seiten teilweise über eine Schotterstraße.

Deine Anfahrt zum Hiaslegg kannst du am besten hier planen: Google Maps


Parken

Beim Almwirtshaus Hiaslegg kann man hervorragend parken. Es gibt einen eigenen kostenpflichtigen Parkplatz für Wanderer, die Gebühr für den ganzen Tag beträgt 4€. Es gibt auch einige wenige kostenlose Parkplätze. Um einen solchen zu ergattern, musst du aber schon recht früh dran sein.

Parkplatz Hiaslegg


Wanderung auf den Edelweißboden | Die Tour

Der Aufstieg zum Edelweissboden am Techtling

Vom Parkplatz aus folgen wir dem gelben Pfeil mit der Aufschrift „Hochturm“. Der Weg führt uns sofort bergauf in den Wald hinein.

Gleich mal vorweg – es gibt hier in diese Richtung nur diesen einen Wanderweg, wenn du also immer schon brav den Markierungen folgst, kommst du definitiv auf den Edelweißboden. 😉

Über Wurzeln und Steine und vorbei an jeder Menge Schwarzbeeren, die übrigens genau jetzt reif sind und super schmecken, machen wir gleich zu Beginn schon einige Höhenmeter. Naja ehrlich gesagt geht’s hier ganz anständig bergauf. An einem wundervollen Aussichtspunkt mit Blick nach Pichl-Großdorf hinunter machen wir eine kurze Pause, trinken und snacken eine Kleinigkeit.

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Dann geht’s auch schon wieder weiter, wir wollen schließlich die Edelweiß sehen!

Puh – also ich muss ganz ehrlich sagen, nun wird’s richtig steil. Ein klein wenig Kondition muss man für diese Wandertour definitiv mitbringen. Doch schon bald wird es ein bisschen flacher und auf einmal – da unten! Schau! Eine Gams! <3

Meine erste Gams in freier Wildbahn die ich zu Gesicht bekomme, ich bin total aufgeregt. Nagut, jetzt aber weiter – schon bald kommen wir durch einen richtigen Märchenwald. Mal abgesehen von den herrlichen Alpenblüten um uns herum haben hier die Bäume – voll mit Flechten – einen ganz besonderen Reiz, finde ich.

Dann gelangen wir an die Baumgrenze, hier folgen wir einem kleinen wunderschönen Pfad bis hinauf auf den Edelweißboden.

Gams am Edelweißboden20180707_104402 (2)20180707_104945 (2)

Und schon stehen wir da – mitten in einer Wiese voll mit Edelweiß! Es ist nicht zu übersehen, dass wir an unserem Ziel angekommen sind. <3

Ich habe mir schon gedacht, dass ich heute mindestens eine dieser seltenen Blumen zu Gesicht bekommen werde, aber das es hier oben sooooo viele davon gibt, hätte ich mir üüüüberhaupt nicht gedacht.

Wir achten darauf, dass wir die Blümchen nicht zertreten und suchen uns ganz vorsichtig ein etwas windgeschütztes Plätzchen für unser kleines Mittags-Picknick.

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Weiter auf den Hochturm oder Abstieg?

Nach dem Picknick stellt sich dann die Frage – weitergehen oder wieder zurück zum Auto? Da wir alle drei noch ziemlich fit sind, beschließen wir einfach so lange in Richtung Hochturm weiter zu marschieren bis einer von uns umkehren möchte.


Abstieg über den Aufstieg

Für sehr viele Wanderer ist der Edelweißboden jedoch das finale Ziel. Nachdem sie die kleinen weißen Wunder begutachtet und fotografiert haben, machen sie sich wieder auf den Rückweg. Dieser erfolgt am Hinweg. Wenn du aber noch genügend Energiereserven hast, dann empfehle ich dir definitiv weiterzugehen. 🙂

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Weiter zum Hochturm

Wie gesagt, wir wandern noch ein Stück weiter. Und gut war’s denn schon bald eröffnen sich uns wundervolle Ausblicke. Nicht nur hinunter ins Tal, sondern auch auf ein herrliches Schneefeld in Herzform und die umliegende Bergwelt. <3

Die Wanderung wird nun immer steiniger und vor allem windiger. Der „Blasius“ hebt uns beinahe aus den Wanderschuhen. Wie gut, dass wir Stirnband und Windjacke immer mit dabei haben. 😉

Auch das Wetter zieht immer mehr zu und die Sicht wird immer schlechter und schlechter. Wir bezweifeln, dass wir am Gipfel überhaut irgendeine Aussicht genießen können und drehen daher noch vor dem Gipfel um und machen uns auf den Rückweg. Der Hochturm wird wohl an einem anderen Tag von mir erklommen.

20180707_115019 (2)12355200 (2)12172600 (2)13010900 (2)13102100 (2)Wanderung Edelweißboden - Hochturm

Ich persönlich kann nur jedem empfehlen wenigstens ein Stückchen weiter zu gehen und die herrliche Aussicht dort oben zu genießen! Außerdem gibt es einfach so viele wundervolle Blumen zu entdecken.


Unglaubliche Blütenpracht im Juli

Und weil die Alpenblüten hier oben mich einfach total verzaubert haben, möchte ich dir meine liebsten Fotos davon auf keinen Fall vorenthalten. Aber pssst… in live sind sie noch viel, viel schöner! 😉

Wer kennt sie denn alle? Schreibt doch die Namen der Blumen in die Kommentare!

Blumen Trechtling JuliIMG-20180708-WA0014-02.jpegIMG-20180708-WA0011-01.jpegIMG-20180708-WA0006-01.jpegIMG-20180708-WA0001-01.jpegBlumen am Trechtling JuliIMG-20180708-WA0022-01.jpegBlumen am Trechtling Juli


Das Edelweiß | Infos

Gefährdung & Naturschutz

Ganz ohne Frage ist das Edelweiß eine der bekanntesten Alpenblumen überhaupt und wird auch sehr oft als Symbol verwendet – zum Beispiel von alpinen Vereinen. Doch leider gehört diese Blume auch in vielen Gebieten zu den seltenen und gefährdeten Pflanzenarten.

Einer der Hauptgründe dafür war bestimmt das viele Pflücken von Alpen-Touristen und Bergsteigern. Denn das Edelweiß behält auch noch sehr lange nach dem Pflücken seine ursprüngliche Form und Farbe. Ein beliebtes Souvenir also.

In Deutschland wurden die Edelweiß zu ihrer Blütezeit sogar bewacht, jedoch ist mittlerweile das Bewusstsein der Wanderer gestiegen und seit 2007 eine Bewachung nicht mehr notwendig. Das Edelweiß gilt in Deutschland aber immer noch als stark gefährdet.

Bei uns in Österreich steht das Edelweiß bereits seit 1886 unter Naturschutz und ist in vielen Bundesländern noch immer gänzlich geschützt. In der Steiermark jedoch nur teilweise und in Niederösterreich gilt es als pflückgefährdet.

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Vorkommen & Blütezeit

Man kann die kleinen Schönheiten sowohl in den Alpen wie auch in den Pyrenäen, den Karpaten, im Jura Gebirge, aber auch in Teilen des nördlichen Balkans & Apennin finden. Sie wachsen in den Bergen in einer Höhe von 1800 bis 3000 Metern, am Liebsten auf Kalksteinfelsen. Man kann sie aber auch, wie hier am Edelweißboden, auf steinigen Wiesen finden. Sehr selten wachsen sie auch auf grünen Almwiesen.

Je nach Region und Höhe blühen die Edelweiß zwischen Anfang Juli und September. Wobei du hier am Edelweißboden die Blütezeit am besten Mitte Juli erleben kannst.


Wusstest du bereits…?

Wusstest du, dass es sich bei den weißen, pelzigen Sternen um die Blätter und NICHT um die Blüte selbst handelt? Die wirklichen Blüten befinden sich nämlich in der Mitte der sogenannten Hochblätter, welche Insekten anlocken sollen und den vielen kleinen Blüten Schutz bieten.

Übrigens, wusstest du, dass das Edelweiß auf der österreichischen 2-Cent-Münze zu sehen ist?

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Der Edelweißboden am Trechtling | Infos

Beliebtheit

Da der Edelweißboden auf „nur“ 1800 Metern liegt und über einen ziemlich einfachen Wanderweg zu erreichen ist, kommen natürlich auch dementsprechend viele Menschen zur Blütezeit der Edelweiß hier hinauf.

An manchen Tagen soll der Marsch hier rauf sogar schon eine richtige Völkerwanderung sein. Wir haben unsere Wanderung zwar an einem Samstag gemacht, aber da das Wetter nicht unbedingt perfekt war und wir auch wirklich sehr, sehr früh gestartet sind waren nicht all zu viele Wanderer unterwegs.


Verhalten

Da sowieso schon so viele Menschen diese wundervolle Wanderung machen, muss auf das Naturjuwel Edelweißboden umso mehr aufgepasst werden. Achte darauf dass du wirklich auf den Wegen bleibst – und zwar nur dort. Du könntest sonst auf eine der kleinen Blümchen treten und das wäre sehr traurig! Ich habe Leute gesehen die sich für ihr Picknick mitten die die Edelweißwiese gesetzt haben, auch wenn man vorsichtig ist muss das aber wirklich nicht sein!! Bitte nicht! Such dir lieber ein schönes Plätzchen daneben. 😉

Ich denke nicht, dass ich extra erwähnen muss, dass man alle Blumen dort stehen lassen soll wie sie wachsen.

Auch deinen Müll nimm bitte wieder mit – und zwar allen. Ich hab auf der ganzen Tour nicht mal ein Taschentuch gesehen und hab mich sehr drüber gefreut wie sauber es hier war – obwohl so viele Leute täglich hier rauf kommen.

Verhalte dich so gut es geht ruhig und schreie nicht unnötig durch die Gegend. Es gibt am Berg nicht bloß Blumen sondern auch Tiere. Sie leben hier.

Denke immer dran, du bist hier Gast und möchtest so wenig wie möglich von der wunderschönen Natur hier oben zerstören.

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Tipps

#1 – Nicht unbedingt ein Tipp, aber eine Bitte. Verhalte dich immer respektvoll der Natur gegenüber. Setz dich nicht mitten in die „Edelweißwiese“, bleib so gut es geht auf dem markierten Weg, nimm deinem Müll wieder mit und lass die Blumen dort wo sie sind! Siehe Menüpunkt „Verhalten“.

#2 – Vor allem wenn du vor hast nach dem Edelweißboden weiter auf den Hochturm zu gehen, solltest du unbedingt eine Windjacke und ein dünnes Stirnband mitnehmen – meistens ist es hier oben ganz schön windig.

#3 – Wichtig auf längeren Wanderungen – vor allem im Sommer – genügend Wasser und einen energiebringenden Snack einpacken!

#4 – Ich war beim Abstieg wieder mal froh, dass ich meine Trekkingstöcke dabei hatte. 😉

#5 – Vergiss auf keinen Fall deine Kamera!


Andere Ausflugsziele in der Umgebung?

#1 – Ein weiteres Naturjuwel befindet sich gleich um die Ecke – der Grüne See in Tragöß. Keine 10 Minuten fährt man von der Abzweigung zum Hiaslegg in Pichl-Großdorf zum See.

#2 – Auch der Leopoldsteinersee befindet sich nur ungefähr 30 Minuten von Trofaiach entfernt. Er ist übrigens mein absoluter Lieblingssee. Nicht nur wegen der traumhaften Seerunde, sondern auch weil er sich hervorragend für einen Ausflug mit Hund eignet.

#3 – Der Wipfelwanderweg in der Rachau ist von Trofaiach auch nur 30 Minuten entfernt.

#4 – Eine Stunde von Trofaiach entfernt befindet sich der Weidendom im Nationalpark Gesäuse. Was du dort erleben kannst erfährst du hier: Nationalpark Gesäuse und Stift Admont – Der perfekte Ausflug mit Oma



Hast du auch schon mal ein Edelweiß gesehen? Verrätst du mir auch wo? Ich freu mich schon auf deinen Kommentar! Oder ein Mail von dir: Kontakt 🙂

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Eva

Eva, 24 - ACHTUNG gefährlich - 1.DAN im Judo! Hallo, ich bin die ältere - aber trotzdem kleinere - Schwester vom Freizeit- & Reiseblog Days Weekends & More. Außerdem bin ich wohl die "Planerin" von uns zwei Mädels, ich könnte stundenlang einfach nur Routen festlegen, Wanderungen heraussuchen und To-Do Listen erstellen - deshalb studiere ich wohl Logistik. :) Ich liebe es einfach draußen zu sein und die Vielfalt der Natur zu entdecken, es gibt wohl kaum einen Nationalpark auf dieser Welt den ich nicht unglaublich gerne mal besuchen würde. PS: Leckeres Essen ist mir auch ziiiiemlich wichtig. ;)

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