Alleinreisen: 11 Fähigkeiten die ich dadurch gestärkt habe

Alleinreisen. Mittlerweile ist mein Solotrip ja schon ein ganzes Jahr her. Ufff… wie schnell doch die Zeit vergeht – mir scheint, als wäre ich gestern erst in dieses riesige Flugzeug gestiegen um mein Praktikum in Asien anzutreten und gleichzeitig das erste Mal ganz alleine zu vereisen.

Doch was bleibt sind nicht nur die Erinnerungen und die wundervollen Freundschaften die ich geknüpft habe. Sondern auch ganz viel persönliche Weiterentwicklung, Dinge die ich für mein Leben gelernt habe, Eigenschaften die ich stärken konnte…

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Gelassenheit & Erkennen von Nichtigkeiten

„Einfach mal abwarten und Tee trinken.“

Auch wenn es auf so manchen Straßen in Hongkong oder China schon mal ganz schön hektisch wirken kann, so strahlt für mich doch fast jeder Asiate irgendwie eine innere Ruhe und Gelassenheit aus.

Obwohl ich sagen muss, dass ich noch nie eine besonders gestresste oder stressende Person war, hab ich trotzdem auch eine anständige Portion Gelassenheit aus Asien mit nach Hause genommen. Ich habe gelernt Dinge erstmal mit etwas Abstand zu betrachten, nicht gleich „überzureagieren“ und deren Relevanz – für mich – genauer zu differenzieren. So gelingt es mir im Alltag viele Dinge gelassener zu sehen.

Es geht dabei viel mehr darum die Wichtigkeit bzw. Nichtigkeit kleiner Problemchen zu erkennen und einfach mal ein bisschen „gechillter“ mit so mancher Situation umzugehen. Somit, glaube ich, kann man sich viel Ärger, Trauer und Energie sparen. Wieso sollte ich mich nun aufregen? Warum sollte ich mich ärgern? Ist das überhaupt wichtig? Was ist mir eigentlich wichtig?

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Kommunikationsfähigkeit & Menschen

Ich persönlich liebe es mit Leuten zu reden – über Gott und die Welt, über Lustiges und Ernstes über Vergangenheit und Zukunft.

Mal abgesehen von meinem Englisch, das sich in dieser Zeit wirklich sehr verbessert hat – habe ich gelernt noch viel leichter mit den verschiedensten Menschen ins Gespräch zu kommen. Lockerer zu kommunizieren, Nervosität abzulegen und öfter einfach mal zu lachen. Das liegt aber auch daran, dass ich gelernt habe viel intensiver und besser zuzuhören und mich in die unterschiedlichsten Situationen hineinzuversetzen.

Wer sich für die Geschichte hinter dem Menschen, für seine Abenteuer, seine Ziele, Ängste und Träume wirklich interessiert, aktiv zuhört, versucht zu verstehen und dem Gegenüber auch noch ein ehrliches Lächeln schenkt – dem liegt, meiner Meinung nach, die Welt zu Füßen.

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Verständnis & Akzeptanz

Verständnis, nicht nur auf die Sprache bezogen, obwohl ich wohl auch gelernt habe große sprachliche Barrieren mit viel Geschick und einer großen Portion Charme zu überwinden. 😉

Ich habe gelernt, Verständnis zu haben für andere Denkweisen, andere Kulturen und Dinge die mir zu Beginn irgendwie „komisch“ vorkamen. Dieses Verständnis wurde bei mir oftmals auch zu Akzeptanz und in Folge dessen habe ich Dinge die ich vorher noch „komisch“ fand, sogar manchmal lieben gelernt.

Jeder Mensch ist anders, jedes Land hat seine eigenen Sitten und Gepflogenheiten, aber  wer versucht wirklich zu verstehen – und akzeptiert, dass die eigenen Verhaltensweisen wohl für andere auch „komisch“ sein könnten – der wird sich auch ganz schnell überall auf dieser Welt wohlfühlen und einleben.

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Unbeschwertheit & Weg vom Alltag

Locker-flockig das Leben genießen. Pura vida. Lebensfreude und Wanderlust!

Einfach mal weg sein von all dem Alltag, ganz alleine und ganz einfach das Hier und Jetzt genießen. Glaub mir, das ist eine feine Sache. Diese Unbeschwertheit, dieses Gefühl von Freiheit und Lockerheit gibt einem nicht nur Kraft, sondern auch richtige Lust am Leben.

Zuhause wartet dann der Alltag wieder auf einen – er hat mich ehrlich gesagt zuerst ein wenig überrumpelt, dann aber auch genau so schnell wieder eingenommen. Doch dieses besondere Gefühl, das hab ich nicht vergessen und manchmal erinnere ich mich daran wenn mir mal alles über den Kopf wächst…

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Neugierde & Vorfreude

Fremde Menschen, andere Kulturen, „seltsames“ Essen und Vieles mehr haben mich noch Neugieriger auf die Welt gemacht als ich sowieso schon war. Denn wer alleine reist, der reist noch intensiver, nimmt noch mehr wahr und lernt meistens viel schneller jede Menge interessanter Menschen aus aller Welt kennen.

Ich bin Neugierig auf das was noch kommt und freue mich schon auf so Vieles das ich noch erleben und lernen darf! Auf so viele Menschen denen ich noch begegnen werde und so viele Erinnerungen die ich noch kreieren kann. 🙂

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Beobachtungsgabe & Liebe zum Detail

Wer ganz alleine im Cafe oder Restaurant sitzt und nicht dauernd in sein Handy oder in ein Buch starren möchte, der beginnt zu beobachten. Und zwar ganz genau. So auch ich. Und nicht nur im Restaurant. Auch bei einer Sightseeingtour durch die Stadt oder einer Wanderung im Grünen. Man glaubt nämlich gar nicht wie sehr Gespräche mit Mitreisenden von der Umgebung ablenken – ich weiß es jetzt.

Ich habe gelernt meine Umgebung viel genauer wahrzunehmen, Details zu erkennen und einfach den Moment so zu genießen wie er ist. Sei es die kleine Eidechse die gerade vorbeihuscht oder die lustige Wolke hoch oben am Himmel… Ich habe nicht nur gelernt zu beobachten, sondern auch das Beobachtete zu verstehen – oder es zumindest aktiv zu versuchen.

Das selbe gilt übrigens auch für Menschen. Wer genau und gut beobachtet, der lernt auch wirklich ziemlich schnell Handlungsweisen und Gesichtsausdrücke zu deuten und so sein Gegenüber besser einzuschätzen. Nicht zu vergessen, das Orientierungsvermögen, welches sich durch das intensivere Beobachten auch enorm verbessern kann.

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Selbstständigkeit & „selbst Sein“

Na ist doch klar – wer alleine reist, der muss sich auch selbst um seine sieben Sachen kümmern. Wie komme ich dort hin? Welche Metro? Oder doch mit dem Bus? Was nehme ich mit? Wie lange wird das dauern? Geht sich das überhaupt aus? Wem kann ich vertrauen? Fragen über Fragen…

Auch wenn ich nicht alleine unterwegs bin, bin es immer ich, die sich um die Organisation kümmert – sowohl um die Planung als auch die Ausführung vor Ort. Deshalb hatte ich keine Probleme mich auch alleine zurecht zu finden. Doch trotzdem macht es einen großen Unterschied ob man nun seelische Unterstützung dabei hat, oder ob man ganz alleine mitten in Hongkongs Menschen-Wirrwar steht und sich vielleicht gerade doch verlaufen hat…

Was ich in Sachen „Selbstständigkeit“ gelernt habe, ist Entscheidungen zu treffen und Dinge auch alleine zu tun. Aber auch das „selbst Sein“. Ganz alleine Verantwortung zu übernehmen und mir selbst zu „genügen“. Ich bin selbst dafür zuständig, diesen Tag zu einem der besten zu machen. 😉

(Damit will ich aber nicht behaupten, dass es nicht wunderschön wäre Erfahrungen und Erlebnisse mit Menschen zu teilen die man liebt)

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Erfindergeist & Probleme lösen

Pläne hin oder her… Nicht immer klappt alles reibungslos – es gibt nun mal auf Reisen viiiile Dingen die furchtbar schief gehen können. Und wenn man alleine reist, dann muss man sich auch selbst zu helfen wissen und so schnell wie möglich eine Lösung für so manches (im ersten Moment scheinbar unlösbare) Problem finden.

Ich habe gelernt kreativer an meine Problemchen heranzugehen, nicht gleich zu verzweifeln, Ruhe zu bewahren, genau zu überlegen und auch mal ganz fremde Menschen mit Händen und Füßen um Hilfe zu bitten.

Und wisst ihr was? Mit ein bisschen Einfallsreichtum kann man auch schnell mal in seinen eigenen Koffer einbrechen. Aber dazu ein andermal mehr… 😉

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Unabhängigkeit & Zufriedenheit

Die Unabhängigkeit ist sehr eng verbunden mit der oben beschriebenen Selbstständigkeit – dem „Selbst sein“. Wer gut mit sich selbst zurecht kommt und einfach mal vollkommen unabhängig sein kann, tut sich bestimmt auch leichter mit anderen Menschen zurecht zu kommen. Ich finde nämlich, unabhängige Menschen sind oftmals nicht so „fordernd“ anderen gegenüber.

Ich habe definitiv gelernt unabhängig zu sein, gelernt mit mir selbst gut aus zu kommen. Mit mir selbst zufrieden zu sein. „Wie dieser Tag wird liegt ganz alleine bei mir – es sind nicht die anderen die verantwortlich dafür sind ob ich zufrieden bin.“ 

Auch wenn ich wirklich ein sehr geselliger Mensch bin, der es liebt anderen Menschen eine Freude zu machen und Entscheidungen sehr gerne gemeinsam trifft, mache ich mein persönliches Glück nicht (mehr) von anderen abhängig.

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Offenheit & Vertrauen gegenüber Fremden

Ich war noch nie eine Person die fremden Menschen auf Anhieb ohne weiteres total vertraut hat. Doch wer alleine unterwegs ist, der muss sich dem Fremden gegenüber zumindest ein bisschen mehr öffnen und ein klein wenig mehr Vertrauen an den Tag legen…

Ich habe sowohl gelernt, noch offener gegenüber Neuem zu sein – sei es undefinierbares Essen, Bräuche, Kulturen oder fremde Menschen – als auch noch mehr aus mir herauszukommen, über mich zu erzählen und einfach „ich selbst“ zu sein. Aber eins ist für mich klar, hinterfragen werde ich trotzdem immer alles. Ich werde nie der Mensch sein der einfach ohne darüber (wenigstens kurz) nachzudenken handelt und bei jedem Blödsinn dabei ist.

Situation: Ich alleine im Dunklen auf einem finsteren Berg mitten im Wald in China – ungefähr 50 Gehminuten vom nächsten Haus entfernt. Nein, allein stimmt nicht – mehrere einzelne Männer sind auch hier. Ich fühle mich unwohl. Offenheit und Vertrauen haben mich jedoch sicher wieder hinunter gebracht – mehr dazu ein andermal. 😉

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Selbstauslöserfotos machen

Na? Wie gefallen dir die Fotos in diesem Beitrag? Die hab ich alle ausnahmslos mit dem Selbstauslöser meiner kleinen Digitalkamera und einem Mini-Stativ* gemacht.

Wenn ich mal an den Punkt „Unabhängigkeit“ erinnern darf – ich habe niemanden gebraucht der mich fotografiert – auch das habe ich sehr gerne selbst in die Hand genommen! 😉

Wenn ich also Eines gelernt habe, dann schnell und gezielt Plätze für ein Selbstauslöser-Foto zu finden, rasch abzudrücken und zu posen bevor mit jemand ins Bild läuft. Bin jetzt quasi ein echter Selbstauslöser-Profi.

Nur manchmal kann es eben trotzdem vorkommen, dass doch noch jemand ins Bild läuft – ganz elegant hat zum Beispiel dieser Herr die Situation mit einer coolen Pose gemeistert:

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Fazit

Ich nehme aus jeder einzelnen Reise die ich mache einfach soviel mehr mit als nur Fotos und Souvenirs. Es sind die Erinnerungen die mich prägen, die Emotionen die mich stärker machen und die vielen neuen Menschen die mir helfen die Welt ein bisschen genauer zu verstehen. Aber in diesen 6 Wochen in Asien habe ich vor allem auch mich selbst so viel besser kennen gelernt. Es war eine wundervolle Zeit, die ich ganz bestimmt nie wieder vergessen werde!

Ich würde sofort wieder ganz alleine in ein großes Flugzeug steigen – was hältst du davon? Geht es dir da gleich wie mir? Wenn nicht? Warum würdest du nie alleine verreisen?

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Bist du schon mal alleine verreist? Dann kannst du meine „Liste“ vielleicht ergänzen, in welchen Bereichen hast du denn beim Alleinreisen dazugelernt? Verrate es mir doch in den Kommentaren, ich freu mich schon total drauf von deinen Erfahrungen zu lesen. Oder schreib mir auch gerne ein Mail, ich bin schon wahnsinnig gespannt: Kontakt

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Eva

Eva, 24 - ACHTUNG gefährlich - 1.DAN im Judo! Hallo, ich bin die ältere - aber trotzdem kleinere - Schwester vom Freizeit- & Reiseblog Days Weekends & More. Außerdem bin ich wohl die "Planerin" von uns zwei Mädels, ich könnte stundenlang einfach nur Routen festlegen, Wanderungen heraussuchen und To-Do Listen erstellen - deshalb studiere ich wohl Logistik. :) Ich liebe es einfach draußen zu sein und die Vielfalt der Natur zu entdecken, es gibt wohl kaum einen Nationalpark auf dieser Welt den ich nicht unglaublich gerne mal besuchen würde. PS: Leckeres Essen ist mir auch ziiiiemlich wichtig. ;)

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